Nur nicht erschüttern lassen

Wenn es um Erdbebensicherheit geht, ist Japan weltweit führend

Japan liegt am pazifischen Feuerring, also dort, wo sich die pazifische Platte mit den benachbarten Erdschollen verhakt. Wenn sich die dadurch entstehenden Spannungen in der Erdkruste ruckartig entladen, bebt die Erde.
Architektonisch ist Japan jedoch gut gerüstet:
Moderne Bauten sind selbstverständlich erdbebensicher gebaut und widerstehen auch extremen Erdbewegungen. Die Technik, die dabei verwendet wird, variiert, wie man am Beispiel von Hotelbauten gut erkennen kann. So ruht beispielsweise das Fundament des 24-stöckigen Peninsula Hotel Tokyo auf vier großen Kugeln, die seitliche Erdbewegungen ausgleichen und damit quasi das gesamte Hotel vor zu großen Schwankungen bewahren. Gleichzeitig sorgen mehrere große Stoßdämpfer dafür, dass vertikale Stöße abgefedert werden. Das Gebäude reagiert also als Ganzes auf eventuelle Bewegungen.

Beweglich bleiben

Völlig anders zeigt sich die Lösung des Westin Hotels Sendai. Hier hat man auf die Flexibilität des Gebäudes gesetzt - sämtliche Bauelemente sind in sich verschiebbar. Seitliche Bewegungsimpulse werden, vereinfacht gesprochen, dadurch ausgeglichen, dass sich die Stockwerke und einzelne Mauerteile gegeneinander verschieben. Zusätzlich sorgt eine große Kugel am Dach des Hotels für Ausgleich. Erfolgreich – denn den ganz großen Stresstest hat das Westin bereits hinter sich. Als im März 2011 ein Erdbeben der Stärke neun auf der Richterskala die Region erschütterte, blieb das Gebäude völlig unversehrt. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass gerade Hochhäuser sehr gute Voraussetzungen mitbringen, Erdbewegungen abzufangen: Sie nehmen die Schwingungen auf und leiten sie durch ihr inneres Stahlgerüst nach oben ab. Doch nicht nur Hotels und Bürobauten sind gesichert - auch Brücken und andere infrastrukturelle Bauten wie hochgelegene Zugstrecken und Staudämme beinhalten flexible Elemente. Hier werden beispielsweise Stoßdämpfer, Gummilager und andere schwingungsabsorbierende Elemente eingesetzt. Neu ist das alles übrigens nicht, wie ein Blick auf Jahrhundertealte Tempel zeigt: Hier sind die Stockwerke oft an einem tief verankerten Mittelpfahl angehängt. Die einzelnen Etagen können daher Erdbewegungen durch Schwingungen ausgleichen.