Von der Piste an die Quelle

Schneesichter, top-modern und landschaftlich unschlagbar: Japans Skigebiete begeistern auch erfahrene Wintersportler - selbst jenseits der Pisten...

Skifahren in Japan? Erst der Blick auf die Karte verrät, warum das Inselreich nicht nur die Olympischen Winterspiele 1998 ausrichtete, sondern als echter Geheimtipp gilt: Gebirge, soweit das Auge reicht, und dazu noch viel feuchte Pazifikluft sorgen auf der Westseite Japans für absolute Schneesicherheit. Zum Beispiel in der Region Nagano. Vor den Toren der Stadt erheben sich die japanischen Zentralalpen – und mit ihnen Japans beliebteste Skigebiete.

Weltklasse-Ski auf Japanisch

Im Winter pilgern Scharen von Skifahrern und Snowboardern zu den olympischen Pisten von Shiga Kogen. Die Region, ein Zusammenschluss von 21 Skigebieten, zählt mehr als 80 Kilometer Abfahrten auf Weltklasseniveau,vier Seilbahnen und mehr als 70 Sessellifte. Zahlreiche Hotels mit Ski-in-ski-out-Zugang bieten die Möglichkeit, quasi direkt von der Rezeption zur Piste zu skien. Doch auch all jene, die nicht unbedingt auf zwei Brettern den Berg hinunterwedeln möchten, finden hier ein breites Angebot: Von Schneeschuhwanderungen durch die einsamen Wälder mit Blick auf die Dreitausender-Gipfel bis zu klassischer Kultur in den zahlreichen Tempeln und Schreinen der Bergdörfer.

Ab ins Höllental

Das Pièce de Resistance - der kleine Unterschied, der Kenner auf japanische Ski-Gebiete schwören lässt – ist jedoch nicht im Schnee versteckt, sondern sprudelt munter in nahezu jedem Hotel vor sich hin: Die heißen Onsen-Quellen! Nichts hilft besser gegen drohenden Muskelkater, als ihn sofort mit Thermalwasser aus dem Körper zu kochen. Ein paar Kilometer weiter im Jigokudani-Park, dem „Höllental”, sitzen sogar die Affen in den Quellen.

Drumherum, zwischen Geysiren und blubbernden Felsspalten, hängt der Geruch von Schwefel, der bei jedem Schritt daran erinnert, dass die japanischen Alpen ihre Existenz dem Vulkanismus verdanken. Sogar ein wenig Exotik ist drin. Aus japanischer Sicht, versteht sich: Manch ein Hotel wurde gleich in österreichischem Stil erbaut und zieht nun als „Alpenblick” oder „St. Anton” die Gäste an. Aus der richtigen Perspektive betrachtet, mit einem roten, typisch schintoistischen Tor im Bild, ein spannendes Fotomotiv!

Hätten Sie's gewusst?

Der schneereichste Ort der Welt liegt in … Japan! In der Region Yukiguni (Schneeland) fallen pro Winter bis zu 40 Meter Neuschnee. Zum Skifahren ist das zu viel – wer wollte die Hotels, Lifte und Wege Anbetracht dieser Schneemassen freischaufeln? Mit einer Ausnahme: Am Mount Gassan in der Provinz Yamagata liegt Japans einziges Sommerskigebiet, das bis Ende Juli Ski-Vergnügen verspricht.

Anzeigen