Onsen - Wellness auf Japanisch

Gleich drei Kontinentalplatten reiben sich unter Japan – und bescheren dem Land mehr als 20.000 heiße Quellen. Doch Vorsicht! Es reicht, nur eine zu probieren, um zu wissen: Onsen macht süchtig...

Auf den ersten Blick wirken die engen, verwinkelten Gassen von Shibu geradezu malerisch. Der ausländische Besucher freilich fragt sich: Warum klappern nahezu alle Passanten roten Kopfes im Bademantel und auf Holzsandalen durch den Ort? Die Lösung des Rätsels ist einfach. Shibu ist ein Onsen-Ort und hat sich voll und ganz der ur-japanischen Badekultur verschrieben. Das Wort Onsen schlicht mit „heißer Quelle“ zu übersetzen wäre zwar sprachlich korrekt, aber dennoch ein Frevel. Denn Onsen ist mehr als das - wer es einmal probiert hat, mag es nicht mehr lassen. Der Aufenthalt in einer Onsen Anlage bringt die totale Muskelentspannung und das wohlige Gefühl, auch in der fremden Kultur ein Refugium gefunden zu haben.

Unaufdringlich erholsam

Geradezu meditativ ist das Bad in der Quelle. Und gesund. Fast so, als würden heißes Wasser und Dampf den Stress aus der Seele bügeln. Während die mehr als 40° C heißen, gemeinschaftlichen Thermalbecken auch die härteste Verspannung wegschmelzen, darf der Blick über die Landschaft wandern. Das entspannt den Geist, lädt ihn ein zum Träumen und reinigt die Seele. So kommt es, dass Onsen-Bäder eigentlich immer an landschaftlich schöner Stelle liegen, oft an rauschenden Bächen oder malerischen Seen. Wohl auch aus diesem Grund hat Kitsch in den Onsen nichts zu suchen. Geschmackvoll, unaufdringlich und architektonisch meist traditionell, sind sie vor allem in Holz und Stein gehalten. Auch wenn jedes Onsen ein wenig anders ist – fast jedes Bad verfügt über eine „Rotemburo“-Außenanlage. Hinter dem Begriff verbergen sich pittoreske Fels-Pools inmitten japanischer Gärten und vielleicht die romantischste Annäherung an Japan, die eine Reise bieten kann.

Die Grundregeln des Onsen

01.

Vor dem Bad in der heißen Quelle heißt es waschen, schrubben und gut abspülen, damit keine Seife ins Becken gelangt.

02.

Gebadet wird nackt. Lediglich das kleine feuchte Handtuch darf zur Kühlung auf den Kopf.

03.

Laute Gespräche oder gar Sprünge vom Beckenrand sind nicht gestattet.

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