Schwer japanisch

Seit mehr als tausend Jahren treten die Sumo-Ringer in Japan gegeneinander an. Viele von ihnen sind regelrechte Superstars.

Das Erlebnis Sumo fängt meist schon lange vor dem Turnier an. Zum Beispiel in der U-Bahn zum Tokyoter Ryogoku-Kokugikan- Stadion, dem größten des Landes.
Dicht an dicht drängen sich die Passagiere – und zwischendrin mächtige Sumo-Kämpfer in bunten Yukata-Gewändern und traditioneller Pferdeschwanz-Frisur auf dem Weg zum Wettkampf.

Sport für die Götter

Seit mehr als 1000 Jahren treten die schwergewichtigen und im Volk überaus verehrten „Rikishi“ im knappen Seidenschurz gegen einander an und bringen dabei bis zu 250 kg auf die Waage. Das Kampfziel ist simpel: Gewinner ist, wer den Gegner aus dem Ring drängt und ihn dazu zwingt, den Boden mit mehr als den Fußsohlen zu berühren. Ursprünglich sollte Sumo-Ringen die Shinto-Götter unterhalten, aber auch heute spielen Shinto-Rituale eine große Rolle: Vor dem Turnier betreten die Teilnehmer den Ring in prächtigen Gewändern, zu Beginn des eigentlichen Kampfes wiederum wird der Platz symbolisch mit Salz gereinigt, während die Kämpfer ihren Mund mit Wasser spülen.

Sumo goes international

Weitaus weniger rituell und sehr spaßbetont sind die legendären Abschiedskämpfe der Sumos, die meist mit spätestens 35 Jahren das Rentenalter erreichen. Hier wird gealbert und geulkt und manch einer kugelt vor lauter Übermut aus dem Ring. Zwischendrin lockern opernartige Gesangseinlagen die Show auf. Wer genau hinschaut, stellt übrigens fest: Obwohl Sumo der garantiert japanischste Sport des Landes ist – außerhalb des Inselreichs spielt er kaum eine Rolle – treten hier nicht nur japanische Kämpfer gegeneinander an. Längst kennt die Sumo-Szene auch mongolische, russische und sogar brasilianische Stars.

INFO

Sumo live erleben

Wer selbst ein echtes Sumo-Turnier besuchen möchte, findet auf den Webseiten der japanischen Sumo-Vereinigung Nihon Sumo Kyokai www.sumo.or.jp/en/ einen englischsprachigen Sumo-Guide sowie Erklärungen der Sitzkategorien. Die Buchung selbst wird über die Webseite Oosumo abgewickelt (http://sumo.pia.jp/en/). Die großen Turniere finden sechsmal im Jahr statt und dauern 15 Tage. Es muss dabei nicht zwingend Tokyo sein: Während im Januar, Mai und September die Kämpfe in der Hauptstadt stattfinden, sind im März Osaka, im Juli Nagoya und im November Fukuoka dran.

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